Schulbildung ist der Schlüssel

Schulbildung ist ein universales Grundrecht jedes Kindes

Das Zentrum verfolgt drei Ziele: Schulbildung, Inklusion und Rehabilitation von Jugendlichen und Kindern mit Unterstützungsbedarf.

Nigeria, das bevölkerungsreichste Land Afrikas, ist gemäss UNDP menschlicher Entwicklungsindex im letzten Drittel der Rangordnung auf Platz 152. In Nigeria leben ca. 25 Millionen Menschen mit Unterstützungsbedarf, davon 3,6 Millionen mit schwerem Unterstützungsbedarf. Trotz dieser hohen Zahl an Menschen mit Unterstützungsbedarf in der Bevölkerung ist deren Beachtung und soziale Inklusion kaum von öffentlichem Interesse in Nigeria.

Die meisten Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf haben keinen Zugang zur Schulbildung. Es sind einerseits ihre Familien, die ihnen den Zugang nicht ermöglichen, weil sie es finanziell nicht vermögen und / oder weil sie es vorziehen, das bisschen an Erspartem in ihre Kinder ohne Unterstützungsbedarf zu investieren, von denen sie dafür später Unterstützung erwarten. Viele sehen keine hoffnungsvolle Zukunftsperspektive für ihre Kinder mit körperlichem Unterstützungsbedarf, die die Finanzierung derer Schulbildung rechtfertigen würde. Andererseits hat die Gesellschaft in ihrem Schulsystem sowie in der Schulinfrastruktur keinen Platz für Menschen mit körperlichem Unterstützungsbedarf. Die wenigen Familien, die es geschafft haben, ihre Kinder mit körperlichem Unterstützungsbedarf in die Grundschule zu schicken, finden keine Plätze in weiterführenden Schulen. Dieser Umstand erschwert die soziale Inklusion von Menschen mit körperlichem Unterstützungsbedarf in Nigeria.

Das Projekt strebt daher an:

  1. die bestehenden Lücken zu schliessen,
  2. eine Schulbildung anzubieten, die die speziellen Bedürfnisse von Jugendlichen mit körperlichem Unterstützungsbedarf berücksichtigt,
  3. ein inklusives Sekundarschulprogramm und eine Schulumgebung für Jugendliche mit und ohne körperlichen  Unterstützungsbedarf, welche die Eingliederung der Ersteren fördern.

Die Kinder und Jugendlichen ohne Schulerfahrung absolvieren je nach Vorkennt­nissen ein Grundmodul „Lesen, Schreiben und Rechnen“, bevor sie in ein Ausbildungs­­programm aufgenommen werden.

Zielgruppe für die Ausbildungsangebote

Die Zielgruppe des Ausbildungs­zentrums sind Kinder und Jugend­liche im Alter von 13 bis 25 Jahren mit einer leichten körperlichen Behinderung sowie Kinder und Jugendliche ohne körperliche Behinderungen; sie kommen aus Amokwe und Umgebung – einem Einzugsgebiet von ca. 200 km2 – und aus Nachbarbundesstaaten. Sie haben entweder keine Grundschulaus­bildung oder eine Primarschulbildung von bis zu sechs Jahren.

Diese Durchmischung will einer möglichen Isolation der körperlich Behinderten entgegentreten und ihre Inklusion als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft in den Bildungsalltag fördern und das Bewusstsein von ihren Bedürfnissen in der Gesellschaft schärfen. Gleichzeitig werden sie dadurch auch auf ihren späteren Platz in Gesellschaft und Berufsleben vorbereitet.